Die Erstbesteigung des Broad Peak 8047m durch die österreichische ÖAV Karakorum Expedition 1957 ohne Sauerstoffgeräte, ohne Hochträger, ohne Basislagerhilfe am 9. Juni 1957 durch Fritz Wintersteller, Marcus Schmuck, Kurt Diemberger und Hermann Buhl.  
Broad Peak
Expedition 1957
Tagebücher
Goldenes Jubiläum
News
 



Sprachauswahl:

 News

Broad Peak 8047m Nachrichten und Veranstaltungen. Treffen Sie die Mitglieder der Österreich-ischen ÖAV Karakorum Expedition 1957 und holen Sie sich die neuesten Nachrichten über den Broad Peak.

Bitte beachten Sie unsere englische News Seite hat andere Beiträge.

Bergung von Markus Kronthaler vom Gipfel des Broad Peak

(27.11.2006)

Broad Peak – Expedition 2007 Besteigung des Broad Peak (8048m) und Bergung von Markus Kronthaler

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Jahr 1957 war ein besonderes Jahr für Bergsteiger. Am 09.06.1957 bestiegen 4 Österreicher erstmals den Gipfel des 8047 m hohen Broad Peak im Karakorum. Die Namen der Erstbegeher waren Hermann Buhl, Kurt Diemberger, Marcus Schmuck und Fritz Wintersteller (Hermann Buhl, Erstbesteiger des "deutschen Schicksalsbergs" Nanga Parbat und der damals wohl bekannteste Bergsteiger der Welt, stürzte siebzehn Tage später an der benachbarten Chogolisa durch Wechtenbruch tödlich ab).

2007, also 50 Jahre später, werden mehrere Expeditionen aufbrechen, um den Gipfel des Broad Peak zum Jubiläum erneut zu besteigen.

Zusammen mit einem Freund werde auch ich versuchen, den 8048 m hohen Gipfel zu erreichen. Allerdings hat diese Expedition einen ganz anderen Charakter als die übrigen Jubiläumsexpeditionen.

Mein Bruder Markus Kronthaler ist heuer am 08.07.2006 am Broad Peak (8048m) nach erfolgreicher Besteigung des Gipfels auf dem Rückweg kurz unterhalb des Hauptgipfels an Erschöpfung gestorben.

Markus liegt völlig frei auf über 8000m. Seine letzte Ruhestätte ist daher alles andere als würdevoll zu bezeichnen. Leider ist es auch als sicher anzusehen, dass Markus von anderen Bergsteigern fotografiert und in Vorträgen gezeigt wird. Außerdem kommt es häufig vor, dass verstorbene Bergsteiger, wenn sie günstig liegen, über den Grat in die Tiefe geworfen werden, damit sie aus dem Blickfeld anderer Bergsteiger verschwinden. Das sind Vorstellungen, die meine Familie und ich nicht akzeptieren möchten. Daher organisiere ich eine Expedition mit dem Ziel, meinen Bruder aus 8000m Höhe zu bergen und heim zu bringen, wo er ordentlich begraben werden soll.

Diese Expedition wird sicher das Interesse der Medien wecken, da es in der bisherigen Expeditionsgeschichte noch nie gelungen ist, einen verstorbenen Bergsteiger vom Gipfel eines Achttausenders zu bergen.

Der Grund liegt darin, dass jeder, der sich in dieser Höhe aufhält, aufgrund des Sauerstoffmangels bzw. durch den niedrigen Luftdruck schon größte Probleme damit hat, sich normal auf den Füßen zu halten. Nicht umsonst spricht man oberhalb von ca. 7000m von der sog. Todeszone.

Die von mir geplante Expedition wird auch deshalb großes öffentliches Interesse erregen, weil es bislang in Bergsteigerkreisen allgemein akzeptiert wurde, dass man Personen, die in diesen Höhen Schwierigkeiten bekommen, nicht mehr helfen kann, geschweige denn Tote aus diesen Höhen bergen kann.

Diese Einstellung hat zur Folge, dass die Berge der Welt mittlerweile zu Friedhöfen geworden sind. Am Mount Everest sterben im Schnitt jährlich 10 Bergsteiger. Das bedeutet, dass in den letzten 10 Jahren ca. 100 Bergsteiger am Berg verstorben sind und dort „herum“ liegen (insgesamt sind rund 180 Bergsteiger am Mount Everest gestorben). Sollte daher die Bergung meines Bruders gelingen, muss es auch einen Einstellungswandel bei den Organisatoren von Expeditionen geben, da ab diesem Zeitpunkt das Argument, dass aus diesen Höhen niemand geborgen werden kann, keine Geltung mehr beanspruchen kann. Diese Bergungen würden jedoch zusätzlich Geld kosten, so dass weltweit hitzige Diskussionen vorprogrammiert sind, an denen sich sicherlich Bergsteiger wie Reinhold Messner oder der Tiroler Peter Habeler beteiligen werden.

Diese Expedition soll nicht nur meinen Bruder zurück in die Heimat bringen, sondern ein Umdenken in den ethischen Grundsätzen beim Höhenbergsteigen bewirken. Obwohl wir in einer Leistungsgesellschaft leben, kann es nicht sein, dass nur die sportliche Höchstleistung zählt und man dabei nicht nur sprichwörtlich über Leichen geht. Dieses ethische Umdenken wird der Würde des Menschen wieder den richtigen Stellenwert geben. Niemand kann es recht sein, dass Verunglückte wie Müll am Wegrand liegen gelassen werden.

Für dieses Projekt kommt es neben einer herausragenden körperlichen Verfassung auf eine exzellente Organisation und in erster Linie auf eine hervorragende Strategie an. Diese Voraussetzungen glauben wir erfüllen zu können und sind daher sehr zuversichtlich, dass diese Expedition gelingen wird. Trotzdem wir nur eine kleine Mannschaft sind (Stefan Lackner, Georg Kronthaler und ca. 5 Hochträger), liegen die geschätzten Kosten bei ca. 50000 Euro.

Ich hoffe, dass ich Ihnen dieses Projekt nahe bringen konnte und würde mich sehr freuen, Sie als Unterstützer gewinnen zu können. Um diese Bergung finanzieren zu können, starten wir eine Grußkartenaktion, wo Sie ab einem Unkostenbeitrag von € 20,-- (es kann selbstverständlich auch ein größerer Betrag eingezahlt werden) eine von uns unterschriebene Grußkarte aus Pakistan erhalten. Firmen, die dieses Projekt als Sponsor unterstützen möchten, wenden sich bitte für eine persönliche Kontaktaufnahme an nachstehende Adresse.

Georg Kronthaler

zurück


Autor: Georg Kronthaler, Georg.Kronthaler@gmx.at

Weitere Informationen unter http://www.weltderberge.com/


 

 

Links
|
Kontakt
|
Login
|
Auftrag
|
AGB
|
Statistik