Die Erstbesteigung des Broad Peak 8047m durch die österreichische ÖAV Karakorum Expedition 1957 ohne Sauerstoffgeräte, ohne Hochträger, ohne Basislagerhilfe am 9. Juni 1957 durch Fritz Wintersteller, Marcus Schmuck, Kurt Diemberger und Hermann Buhl.  
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Broad Peak 8047m Nachrichten und Veranstaltungen. Treffen Sie die Mitglieder der Österreich-ischen ÖAV Karakorum Expedition 1957 und holen Sie sich die neuesten Nachrichten über den Broad Peak.

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Portrait Hermann Buhl

(21.05.2007)

Name: Hermann Buhl
geboren am: 21. September 1924 in Innsbruck, Österreich
gestorben am: 27. Juni 1957 an der Chogolisa, Pakistan
Beruf: Büroangestellter, Alpinist

Hermann Buhl wurde 1924 als jüngstes von vier Geschwistern geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Schon früh wandte er sich den Bergen zu und absolvierte in den 1930er Jahren die ersten Bergtouren in den Tuxer Alpen und im Karwendelgebirge. Nach und nach wurde er dort, auch durch das Training in der Jungmannschaft der DAV Sektion Innsbruck, zu einem ausgezeichneten Kletterer, der bald schwierigste Routen bewältigen konnte.

Der Einzelgänger
Das Klettern in den Eisregionen der Zentralalpen lehrte den Österreicher den perfekten Umgang mit Pickel und Steigeisen. Er konnte einige schwierige Touren in den Alpen absolvieren, wie zum Beispiel die Erstbegehung der Maukspitze-Westwand im Wilden Kaiser (1943), die erste Winterbegehung der Marmolada-Südwestwand (1950) oder die Durchsteigung der Eiger-Nordwand (1952) bei widrigsten Bedingungen.

Oft führte Hermann Buhl Klettertouren im Alleingang durch, besonderen Ehrgeiz zeigte er, wenn es darum ging, gewaltige Überschreitungen in möglichst kurzer Zeit durchzuführen. So konnte er zum Beispiel die Fiechtl-Weinberger-Route auf den Predigtstuhl im Wilden Kaiser durchklettern und anschließend, innerhalb einer einzigen Stunde, die Fleischbank-Süd-Ostwand bewältigen.

Erstbesteigung des Nanga Parbat
Im Jahr 1952 wurde Hermann Buhl zur deutsch-österreichischen Willy-Merkl-Gedächtnisexpedition zum Nanga Parbat (8.125 Meter) eingeladen. Um sich auf die Anforderungen des Expeditionsbergsteigens vorzubereiten, widmete sich Buhl dem Winterbergsteigen und feierte auch dort bald Erfolge. So gelang es ihm beispielweise, alle 25 Gipfel der Gletscherkette im Karwendel in nur 33 Stunden zu überschreiten. Auch die Winterersteigung der Watzmann-Ostwand auf dem Salzburger Weg (1953, im nächtlichen Alleingang) zählt zu Buhls herausragendsten Leistungen.

1953 startete die Willy-Merkl-Gedächtnisexpedition unter der Leitung Dr. Karl M. Herrligkoffers. Im letzten Hochlager am bis dahin unbezwungenen Nanga Parbat auf 6.900 Metern kam es jedoch zu Meinungsverschiedenheiten zwischen der Expeditionsleitung und der Spitzengruppe um Hans Ertl, Walter Frauenberger und Hermann Buhl. Entgegen der Anweisungen des bergsteigerischen Leiters Peter Aschenbrenner nutzte Buhl einen Wetterumschwung zum Gipfelvorstoß und startete in der Nacht zum 03. Juli 1953 aus dem letzten Hochlager zu einem beispiellosen Alleingang auf den Gipfel des Nanga Parbat, den er nach etwa 17 Stunden gegen 19:00 Uhr erreichte - im Alpinstil, ohne künstlichen Sauerstoff. Als Beleg seiner Besteigung ließ der Alpinist seinen Eispickel und die pakistanische Flagge am Gipfel zurück. Eine japanische Expedition fand 1999 den Pickel und überreichte ihn der Witwe Buhls.

Zwei Achttausender erstbestiegen
Die schweren am Nanga Parbat erlittenen Erfrierungen behinderten zunächst Hermann Buhls weitere bergsteigerische Karriere. Nach einigen schwierigen Touren 1954 bis 1956, hauptsächlich in den Dolomiten und im Montblanc-Gebiet, plante er 1957 seine zweite Himalaya Expedition. Zusammen mit Marcus Schmuck, Fritz Wintersteller und Kurt Diemberger sollte diesmal der Broad Peak im Karakorum erstbestiegen werden.

Ohne künstlichen Sauerstoff erreichten alle Expeditionsteilnehmer am 09. Juli 1957 den 8.047 Meter hohen Gipfel des Broad Peak. Damit gehört Hermann Buhl neben Kurt Diemberger und dem Sherpa Gyalzen Norbu zu den einzigen Bergsteigern, die zwei Achttausender erstbestiegen haben.

Tod an der Chogolisa
Nachdem die Bergsteiger wieder ins Basislager zurückgekehrt waren, versuchten Kurt Diemberger und Hermann Buhl eine Besteigung der Chogolisa (7.654 Meter), deren Gipfel bis dahin noch kein Mensch betreten hatte, über den Südostgrat. Auf 7.300 Metern Höhe wurden die beiden Bergsteiger durch einen Schneesturm zur Umkehr gezwungen. Der Abstieg erfolgte bei schlechten Sichtverhältnissen und - aus Zeitnot - ohne Seilsicherung.

Der Grat, den die zwei Bergsteiger queren mussten, wies mächtige Wechtenbildungen auf, die Hermann Buhl zum Verhängnis wurden. Hinter dem vorausgehenden Kurt Diemberger stürzte Buhl mit einer Wechte ab und gilt seitdem als verschollen. Anhand von Fotos von der Absturzstelle, die Kurt Diemberger gemacht hatte, lässt sich an der Gehspur im Schnee erkennen, dass Buhl womöglich die Orientierung im Schneegestöber verloren haben und zu nahe an den Rand der Wechte gelangt sein könnte, welche daraufhin unter seinem Gewicht brach.

Wegbereiter Reinhold Messners
Hermann Buhl galt Zeit seines Lebens als besonders zäher, zielstrebiger, hartnäckiger und ehrgeiziger Bergsteiger. Aufgrund seiner Härte gegen sich selbst und andere wurde er oft als schwieriger Individualist bezeichnet - dennoch wurde er zum Vorbild vieler Bergsteiger und Alpinisten.

Buhls Art, den Extremalpinismus zu betreiben und sich ausschließlich an persönlichen Motiven, wie der Lust am Grenzgang, zu orientieren, sowie der Ehrgeiz zum leichten Geschwindigkeitsalpinismus ohne technische Hilfsmittel und künstlichen Sauerstoff brachen mit den Bergsteigeridealen früherer Jahrzehnte. Hermann Buhl wird daher auch als Wegbereiter Reinhold Messners gesehen, der diesen Stil perfektionierte.

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Autor: mountains2b

Weitere Informationen unter http://www.mountains2b.com/77-Portrait_Hermann_Buhl-,e_59828,r_7065.htm


 

 

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